Klischees, Parties und ein Geburtstag

Unser Kennenlernen bestand aus einem einfachen Klischee: der Stadtdisko.

Ich war eine nüchterne Autofahrerin und er ein angetrunkener junger Mann. Wir lernten uns kennen, tanzten und feierten zusammen - ich mit meinem Wasser, er mit seinem Alkohol.

Kurz bevor ich ging gab ich ihm auch noch meine Handynummer und dachte, er würde sowieso nicht anrufen. Und dem war auch so. Es kam kein Anruf, sondern eine billige SMS. Und mit ihr eine Einladung zu dem Geburtstag eines Kumpels von ihm. Hmm. Ich würde sowieso mit dem Auto vorfahren und nüchtern bleiben, ergo würde nichts passieren können, auf das ich mich nicht ausdrücklich einlassen würde.

Die Party war auch wirklich nett. Es gab einige Mädels mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand. Etwas Karaoke war auch dabei. Und natürlich der allseits bekannte Alkohol, der auch aus dem verantortungsbewusstesten Menschen einen losgelösten, alles riskierenden Helden machte.

Das Haus war imponierend. Groß. Hell. Voll mit den unterschiedlichsten Menschen. Aber alle Anwesenden waren entweder selber Verbindungsstudenten oder deren Freundinnen. Man könnte also sagen eine eingeschworene Gemeinschaft. Ein kleiner Club.

Ich verließ die Party gegen drei Uhr morgens. Mit vielen Gedanken, die mich auf meinem Heimweg begleiteten. Ich war auch überwältigt von den Eindrücken, von dem Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Vertrauens untereinander. 

Was konnte an so einer Gemeinschaft denn falsch sein? Nichts. Auf den ersten Blick zumindest.

1 Kommentar 15.10.08 17:14, kommentieren

Mein Freund, der Verbindungsstudent

Als ich ihn kennen gelernt habe, hätte ich nie gedacht, dass er einer Studentenverbidnung angehört. Nun gut, man könnte sagen: Gott sei dank keine schlagende. Man könnte aber auch denken: Schlagen oder nicht, saufen tun sie doch alle.
Aber man sollte keine Vorurteile haben. Also ließ ich mich darauf ein. Ich wollte es mir ansehen. Aus erster Hand wissen, wie das Leben in einer Verbindung aussieht. Möglicherweise lässt es sich gut mit dem Leben einer normalen Studentin vereinbaren. Möglicherweise kann man Studentenverbindung gar nicht in einem Atemzug mit übermäßigem Alkoholkonsum und einer liederlichen Lebensart erwähnen.

Nun konnte ich in drei Jahren, beinah dreieinhalb, genug Erfahrungen sammeln um zusagen: Ich habe einen guten Einblick in diese Welt der Verpflichtungen erhalten.
Auf dieser Seite möchte ich euch Stück für Stück von meinen Erlebnissen und Gefühlen berichten, die während der letzten Zeit aufgekommen sind.

Zuvor sei jedoch erwähnt, dass ich immer noch mit meinem Freund zusammen bin - auch wenn es vielleicht der ein oder andere bei den kommenden Einträgen nicht ganz wird nachvollziehen können.

1 Kommentar 15.10.08 16:44, kommentieren