Klischees, Parties und ein Geburtstag

Unser Kennenlernen bestand aus einem einfachen Klischee: der Stadtdisko.

Ich war eine nüchterne Autofahrerin und er ein angetrunkener junger Mann. Wir lernten uns kennen, tanzten und feierten zusammen - ich mit meinem Wasser, er mit seinem Alkohol.

Kurz bevor ich ging gab ich ihm auch noch meine Handynummer und dachte, er würde sowieso nicht anrufen. Und dem war auch so. Es kam kein Anruf, sondern eine billige SMS. Und mit ihr eine Einladung zu dem Geburtstag eines Kumpels von ihm. Hmm. Ich würde sowieso mit dem Auto vorfahren und nüchtern bleiben, ergo würde nichts passieren können, auf das ich mich nicht ausdrücklich einlassen würde.

Die Party war auch wirklich nett. Es gab einige Mädels mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand. Etwas Karaoke war auch dabei. Und natürlich der allseits bekannte Alkohol, der auch aus dem verantortungsbewusstesten Menschen einen losgelösten, alles riskierenden Helden machte.

Das Haus war imponierend. Groß. Hell. Voll mit den unterschiedlichsten Menschen. Aber alle Anwesenden waren entweder selber Verbindungsstudenten oder deren Freundinnen. Man könnte also sagen eine eingeschworene Gemeinschaft. Ein kleiner Club.

Ich verließ die Party gegen drei Uhr morgens. Mit vielen Gedanken, die mich auf meinem Heimweg begleiteten. Ich war auch überwältigt von den Eindrücken, von dem Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Vertrauens untereinander. 

Was konnte an so einer Gemeinschaft denn falsch sein? Nichts. Auf den ersten Blick zumindest.

15.10.08 17:14

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